Steuerrecht im Deutschen Anwaltverein

Kein Verbrauch der Erstausbildung durch Ausbildung zum Rettungssanitäter

Kein Verbrauch der Erstausbildung durch Ausbildung zum RettungssanitäterDie Absolvierung einer 520 Stunden umfassenden Ausbildung zum Rettungssanitäter mit abschließender Prüfung führt noch nicht zum Abschluß einer erstmaligen Berufsausbildung gemäß § 32 Abs. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes. BFH 22.04.2026 – III R 7/24

Vorsteuerabzug aus Beratungskosten zur Geltendmachung von Schadensersatz

Ein Unternehmer, der eine Leistung bezieht, um eine Forderung, die ihren Entstehungsgrund in einer unternehmerischen Tätigkeit hat, durchzusetzen, ist aus dieser Leistung zum Vorsteuerabzug berechtigt. Dies gilt auch, wenn die unternehmerische Tätigkeit lediglich geplant, aber (noch) nicht ausgeübt wird. BFH 07.05.2026 – V R 15/24

Schätzungsbefugnis des Finanzamts bei fehlender Mitteilung über Beraterwechsel

Versäumt es ein Steuerpflichtiger, dem Finanzamt den Wechsel des Beraters anzuzeigen, und sind noch Vorjahreserklärungen offen, darf das Finanzamt nach Ablauf der Grundfrist des § 149 Abs. 1 der Abgabenordnung ohne weitere Ermittlungen von einem Nicht‑Beraterfall ausgehen und deshalb die Besteuerungsgrundlagen schätzen.FG Köln 04.05.2026 – 6 V 234/26

Rückgängigmachung eines Grundstückserwerbs

Mit Urteil vom 14.01.2026 hatte der BFH die Frage der Rückgängigmachung eine Grundstückskaufvertrags zu beurteilen. Die Klägerin begehrte die Aufhebung der Grunderwerbsteuerfestsetzung. BFH, Urteil vom 14.01.2026 – II R 24/23

Rückstellungen für Vorruhestandsmodell

Mit Urteil vom 05.02.2026 hatte der BFH die Frage zu entscheiden, ob für Aufwendungen, die aufgrund eines Vorruhestandsmodells voraussichtlich entstehen werden, eine steuerliche Rückstellung gebildet werden kann. Im Ergebnis ließ der BFH die Rückstellung zu, und zwar seien sie im Fall der Altersteilzeit im Blockmodell für Lohnzahlungen zeitanteilig vom Beginn der Beschäftigungsphase bis zu deren Umwandlung in die Freistellungsphase aufzubauen. BFH, Urteil vom 05.02.2026 – IV R 11/24

Tatsächliche Fahrtkosten für den Einsatz eines privaten Pkw als Werbungskosten?

Im vorliegenden Urteilsfall war streitig, ob ein Steuerpflichtiger Fahrtkosten (Reisekosten) als Werbungskosten ansetzen kann, wenn er mit seinem privaten Pkw zu Dienstreisen fährt, obwohl ein Dienstwagen zur Verfügung stand. Der BFH hat mit Urteil vom 21.01.2026 entschieden, daß die Werbungskosten nicht abziehbar sind, die Klage wurde abgewiesen. BFH, Urteil vom 21.01.2026 – VI R 30/24

Aufzeichnungspflichten für die Aufwendungen des häuslichen Arbeitszimmers

Mit Urteil vom 24.03.2026 hatte der BFH darüber zu entscheiden, ob der Aufzeichnungspflicht nach § 4 Abs. 7 EStG für Aufwendungen im Sinne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht genügt wird, wenn sämtliche Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer und dessen Ausstattung einzeln und zeitnah bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG auf einem gesonderten Konto der Buchführung oder, wie im Streitfall, bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG in einer besonderen Spalte der Ausgabenaufzeichnungen, zumindest aber gebündelt in einem gesonderten schriftlichen oder digitalen Dokument aufgezeichnet werden. BFH, Urteil vom 24.03.2026 – VIII R 6/24

Vorsteuerabzug aus Anzahlungen

Eine – zum Vorsteuerabzug berechtigende – Vorauszahlungsrechnung liegt auch dann vor, wenn ohne einen ausdrücklichen Hinweis („Vorkasse“) aus anderen Gründen erkennbar ist, dass sie für eine erst noch zu erbringende Leistung erteilt wird. BFH, Urteil vom 04.12.2025 – V R 38/23 (s.a. DStR 2026, 917)